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Schonderfeld - ein kurzer Streifzug durch die Geschichte -
Das kleine Dörflein Schonderfeld am Unterlauf der fränkischen Saale am linken Ufer gelegen. Es wurde erstmals urkundlich erwähnt und genannt im Jahre 1311, damals schenkte eine Gräfin von Rieneck, einen Teil Ihrer Nutzniessung Ihrer Untertanen von Schunderfeld an das Frauenkloster Schönau.
So ist anzunehmen, daß Schonderfeld über eine längere Epoche als Bauernansiedlung entstanden ist. Erwähnt sei hier im voraus, dass Schonderfeld damals noch Schunderfeld gesprochen und geschrieben wurde. In den Kirchenrechnungen von 1736 wurde Schunderfeld zum letzten Mal erwähnt. Da auch noch die gemeindliche Unterlagen im Original vorliegen, ist das Jahr 1837 mit der amtlichen Umbenamung erfolgt.
In der Mitte des 15ten Jahrhunderts beschenkte ein Fräulein von Rieneck den ca. 50 ha Heubergwald, der sogenannte Obere Heuberg der auf der Gemarkung Schonderfeld liegt, der Pfarrkirche von Wolfsmünster.
Zur Namensfindung des Dorfes sind 2 Theorien geläufig:
Einmal war hier eine Ansiedlung, es hatte sich ein Volksstamm in diesem Gebiet mit dem Namen Schunder niedergelassen.
Zum andern ist folgende Theorie geläufig:
in Gräfendorf fliesst die Schondra in die Saale, diese wird heute auch noch Schunder genannt und gegenüber der Mündung liegen und beginnen die Wiesen, Felder und Wald, die zum Ort Schonderfeld gehören.
Auf diese Weise könnte der Name Schunderfeld bzw. Schonderfeld entstanden sein, wobei auch beide Theorien denkbar sind. Die Bauzeit der ersten Kirche vielleicht auch eine Kapelle läßt sich nicht eindatieren. An dieser Stelle sei angemerkt, daß die Kirchenrechnungen im Original ab 1692 noch vorliegen. Die jetzige Kirche auf dem gleichen Ort wurde im Jahre 1748 in vergrößerter Bauweise errichtet. Bei Außenrestaurierungen der heutigen Kirche und des Dorfplatzes wurden einige Fundamente freigelegt, die diese Aussage bestätigen.
Aus alten Urkunden und aus Überlieferungen ist anzunehmen, daß die Kirchengemeinde und politische Gemeinde in frühen Jahrhunderten eine Einheit waren. Beide haben für Ihre Bürger zusammen gearbeitet und sich somit gegenseitig ergänzt. Gegenüber der Gemeinde bestanden schon sehr bald rechtliche und ehrenamtliche Verpflichtungen, sowie auch Rechtsansprüche. Nach dem Gemarkungsplan der Gemeinde von 1845 sind die Grundstücke in ihrer Größe eingezeichnet. Nicht wie üblich mit Plannummern, sondern der Besitzer mit Hausnummer, z. B. Hausnummer 1 oder 7 oder 13.
Es ist anzunehmen, dass die Felder schon frühzeitig verteilt wurden, nur der Wald wurde in Gemeinschaft bewirtschaftet. Er hatte die Größe von 365 ha, der von den 16 Schonderfelder Bauern bewirtschaftet wurde und eine schwere Arbeitsbelastung darstellte. Sie waren verpflichtet die ganzen anfallenden Arbeiten, wie Holzschlagen, Pflegemaßnahmen, Aufforsten, Waldwege-Instandhaltung kostenlos durchzuführen. Dafür erhielten Sie das anfallende Holz, außer dem Eichen-Stammholz, kostenlos. Der Erlös des Eichenstammholz wurde der Gemeindekasse zugeführt und stellte damals die Haupt- Einnahmequelle der politischen Gemeinde dar. Dieser Aufwand lohnte sich, denn der Wald konnte den Schonderfeldern bis zur Eingemeindung 1978 erhalten bleiben.
So soll auch hier unseren Vorfahren für die mühevolle und schwere Arbeit gedankt werden. Ich glaube man darf stolz behaupten der Wald war der Wirtschaftsfaktor und das Rückgrat der Schonderfelder über viele Jahrzehnte oder Jahrhunderte. Ein Beweis für diese Behauptung ist auch der, in den Jahren von 1800 bis 1870 wurden acht Bauernhäuser gebaut. Das Erdgeschoß aus weißen und roten Sandstein und der Oberbau aus Eichenfachwerk, das den Bauern als Rechtbauholz zustand. Es war damals schon eine große Leistung, daß 8 der 16 Bauern in so einem kurzen Zeitraum neue, großzügig ausgefallene Häuser entstanden.
Die Gemeinde hatte in früheren Jahren ein Gastwirtschaftsrecht, eine sogenannte Gastwirtschaftskonzession. Diese wurde an die einzelnen Bauern verpachtet, so können auch heute noch 5 Bauern genannt werden, die von diesem Recht Gebrauch gemacht haben und über einen bestimmten Zeitraum das Gastwirtschaftsrecht erhielten.
Ein einzelner Fall: Michael Lutz und seine Familie baute sich für diesen Zweck ein Nebenhaus das die Inschrift trug: Gebaut nach Christi Geburt 1819. Es diente dem Zweck eine Gastwirtschaft im 1 Stock aufzunehmen, denn die Schonderfelder verstanden auch zu feiern. Mitten in der Ernte und zwar am Sonntag nach dem 10. August feierten sie die Laurentiuskirb. Da wurde natürlich 2 Tage mitten in der Getreideernte gefeiert. Nebenbei sollte an dieser Stelle auch nicht unerwähnt bleiben, dass die Schonderfelder Bauern im Saaletal neben Ihrer mühsamen Arbeit sich auch noch etwas gönnten. So hatten 13 der 16 Bauern eine eigene Schnapsbrennerei. Dazu war es auch wichtig ausreichend kaltes Wasser zur Verfügung zu haben, deshalb gab es 10 private Brunnen und ein Gemeindebrunnen mit 2 Pumpstöcken.
Ungeschriebene Verpflichtungen hatten die Bauern gegenüber der Gemeinschaft bzw. der Gemeinde zu erfüllen. So mussten z.B. turnusmäßig Gemeindezuchttiere gehalten werden. Dafür stand eine Wiese bereit, die in früheren Jahren sehr begehrt war.
So gab es auch die Bleichstücklich, eine Wiesenfläche, an der ein jeder Bauer im 2. Jahr das Recht hatte seine selbst gewebten Leinentücher oder besser Stoffe auf dem Rasen auszulegen und zu bleichen. Der Vorgang lief wie folgt ab: Die ausgelegten Stoffe wurden des öfteren mit Wasser benetzt, d.h. begossen und durch die Sonneneinstrahlung erhielten sie eine weißgraue hellere Farbe.
Weiterhin mussten die Bauern turnusmässig auch den Gemeindediener stellen. Die Spielregel lautete, je 1 Tage beginnend mit Hausnummer 1 bis 16 und wieder 1 usw.. Dazu wurde mit einem Spieß die Nachricht vom Bürgermeister empfangen, dazu zählten alle amtlichen Bekanntmachungen, anstehende Gemeinschaftsarbeiten, usw
Dieser amtliche Spieß, das Zeichen der Hoheit wurde am Abend zuvor dem Nachbarn übergeben, damit dieser dann am nächsten Tag die Amtsgeschäfte ausführen konnte. So mussten die Bauern auch das Schulholz, was die Schule zum Heizen des Klassenzimmers notwendig brauchte, schlagen und kostenlos nach Hause fahren. Vier Bauern teilten sich jedes Jahr abwechselnd die Arbeit. Je 2 Ster waren verordnet, bzw. 200 Buchenstangenwellen. Im darauffolgendem Jahr kamen die nächsten an die Reihe.
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